Krone - Sportteil | Jänner 2012

"Einfädler" von Reichelt

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"Einfädler" von Reichelt

Zum Glück muss ich nicht von meinem Preisgeld die Zimmer bezahlen - sonst müsst ich heute da draußen schlafen", meinte Reini Herbst voller Selbstironie wegen seines enttäuschenden Zagreb-Ergebnisses mit dem Blick aus dem Fenster. Er sah dabei vor lauter Nebel und Schneeflocken kaum gegenüberliegenden Häuser in der Dorfstraße.  Wetter, das förmlich zum Indoor-Training zwang. Auch Hannes Reichelt. Der machte sich deshalb am Nachmittag mit einem geheimnissvollen Gerät auf den Weg in den Keller des Österreicher-Hotels Adler. Es heißt "Challenge Disc" und wird von ihm erst seit wenigen Wochen verwendet. Auf einer Scheibe stehend bewegt er dabei nur mit seinen Gewichtsverlagerungen die im angeschlossenen Laptop zu sehenden Skiläufer oder auch Autorennfahrer. "Dabei werden vor allem Gleichgewicht und Koordination trainiert", erklärt Reichelt, bevor er den Satz abbricht: "Siehst, jetzt bin ich genau ins Tor gefahren. Aber für den Geist ist das enorm anstrengend. Reden kann man dabei fast nicht." Doch "Einfädler" wie diesen kann er natürlich verschmerzen. Weit leichter jedenfalls als das bei einem weiteren im heutigen Riesentorlauf der Fall wäre. Nach Platz zwei in Alta Badia will Reichelt auch in Adelboden aufs Podest. Wie vor vier Jahren, als er auf dem berüchtigten Kuonisbergli Dritter wurde. Genau wie Freund Herbst letztes Jahr im Slalom. Aber auch ohne weiteres Top-3-Ergebnis müssten die beiden nicht im Freien oder im Zelt übernachten. Wobei das heute und morgen zumindest leichter zu verkraften wäre als gestern: Zumal auch in Adelboden das Wetter endlich wieder besser werden sollte.